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Argumente gegen die integrative Ganztagsschule widerlegt

Einige zu verurteilende Vorurteile gegen die integrative Ganztagsschule


Vorurteil: In einer Schule für alle werden die leistungsstarken Schüler unterfordert!

Unsere Antwort: Das ist quatsch! Jedes Kind hat Talente und Begabungen, die von der Kindergartenzeit an gefördert werden müssen. Kommen diese Kinder dann in eine Schule für alle, können sie gemeinsam voneinander lernen. Zudem hat die PISA Studie gezeigt, dass SchülerInnen aus Ländern mit heterogenen Klassengemeinschaften besser abgeschnitten haben, als diejenigen die in einem differenziertes Schulsystem geprüft wurden.

 

Vorurteil: Auf einer Ganztagsschule hat man keine Freizeit mehr!

Unsere Antwort: Das darf natürlich nicht der Fall sein. Die LandesschülerInnenvertretung NRW spricht sich gegen Pauken am Nachmittag aus. Viel mehr, geht es bei der Ganztagsschule darum, dass Schülerinnen und Schüler ihre Freizeit in der Schule verleben. Schule soll zum Lebensraum werden, und somit alle Interessen und Hobbys der Jugendlichen umfassen (von Sport, über Musik, Tanzkurse, Computerspiele bis hin zu Theaterangeboten).

 

Vorurteil: Je mehr Schüler ein Abitur bekommen, desto weniger ist es wert!

Unsere Antwort: Auch da müssen wir widersprechen! Die deutsche Wirtschaft beschwert sich seit Jahren über einen Fachkräfte Mangel. Dafür ist das Angebot an Geringqualifizierten so übermäßig groß, dass sie den größten Anteil der Arbeitslosen im Land stellen. Um die Kassen der staatlichen Sicherungssysteme nun langfristig zu entlasten, ist eine Reform des Bildungssystems von Nöten. Es kann präventiv (Massen)Arbeitslosigkeit vorwirken, indem jeder Schüler in seinen individuellen Talenten gefördert wird. Jeder hat das Recht auf eine menschenwürdige Arbeit – aber vor allem hat jeder das Recht auf eine Schulbildung die für die Arbeitswelt qualifiziert.

 

Vorurteil: „Jugendliche lernen unterschiedlich schnell, deswegen muss man sie voneinander trennen!“

Unsere Antwort: Natürlich lernen SchülerInnen unterschiedlich schnell und auf unterschiedliche Weise! Das ist aber auch noch in den „homogenen“ Klassen an Gymnasien, Real- und Hauptschulen so. Jeder Mensch ist verschieden, lernt und begreift Sachverhalte auf unterschiedlichen Wegen. Deswegen muss eins der obersten didaktischen Ziele sein, SchülerInnen das „Lernen lernen“ beizubringen. Durch das erlernen von verschiedensten Lerntechniken, und eine Erziehung zum selbstständigen Lernen werden Jugendliche dazu erzogen ihre Schwächen und Stärken einschätzen zu können. Ist dieser Schritt getan, können sie ihre Stärken an andere MitschülerInnen weiter vermitteln, und selbst an ihren Schwächen arbeiten.

 

Vorurteil: Die stärkeren setzen sich nun mal schon in der Schulzeit durch

Unsere Antwort: Natürlich gibt es Jugendliche die von dem heutigen Schulsystem profitieren. Der Elite aus besonders erfolgreichen Gymnasiasten und Privatschülern, die aus einkommensstarken Familien stammen, steht einer Karriere nichts im Weg. Dass diese kleine Machtelite von morgen, über unser aller Leben bestimmt, halten wir jedoch für undemokratisch und vor allem für ungerecht!

 

Vorurteil: Wenn Schüler den Schulalltag mitgestalten könnten, würde alles im Chaos enden.

Unsere Antwort: Die Gesellschaft muss von der Vorstellung Abstand gewinnen, Jugendliche seien ein anarchistischer, chaotischer Haufen, die nicht einmal für sich selbst die Verantwortung übernehmen könnten. Das können wir sehr wohl: SchülerInnen können sind fähig Entscheidungen zu treffen und zu abstrahieren welche Folgen diese für sich selbst und ihre Umwelt haben. Wie soll man Jugendliche zu demokratischen BürgerInnen erziehen, wenn sie in der Schule keinerlei Mitbestimmungsmöglichkeiten erfahren. Wenn man es SchülerInnen folglich nicht ausprobieren lässt, braucht man sich auch nicht darüber wundern, dass diese Fähigkeiten mit der Zeit verrotten!

 

Vorurteil: Alle haben in der Grundschule die gleichen Chancen – Kinder und Eltern sind also für sich selbst verantwortlich

Unsere Antwort: Von Chancengleichheit kann in dieser Gesellschaft keine Rede sein! Hat ein Kind aus einer einkommensstarken Familie bereits Probleme in der Grundschule, zahlen die Eltern gerne bis zu 125€ monatlich für Nachhilfe Stunden. Arbeitslosengeld II Empfänger würden diesen Betrag auch gerne entrichten, würde er bloß nicht fast genauso viel betragen wie ihre monatliche „Essenspausche“ als dreiköpfige Familie.

Die gesellschaftliche Aufgabe ist es nun folgenden Teufelskreis zu unterbrechen: Geringe Qualifikation – kein oder ein schlecht bezahlter Job – keine Möglichkeit den eigenen Kindern eine gute schulische Bildung zu ermöglichen!

 

Vorurteil: Mit einer Ganztagsschule als Regelschule will sich der Staat nur mehr Einfluss auf die Erziehung der Kinder verschaffen.

Unsere Antwort: Prinzipiell dient ein ganztägiger Schulbetrieb auch dazu, die von der bürgerlichen Gesellschaft gegebenen Ungleichheiten auszugleichen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Kindererziehung nur noch Sache des Staates ist. Eine 2007 veröffentlichte Studie des Instituts für internationale pädagogische Forschung hat gezeigt, dass die 15% der SchülerInnen, die heute schon in den Genuss von Ganztagsangeboten kommen, ihr Familienleben als ausgeglichener empfinden als andere Kinder und Jugendliche. Die Ganztagsschulen stellen für Eltern eine enorme Entlastung dar, da sich viele Eltern mit der Hilfe bei den Hausaufgaben zeitlich und inhaltlich überfordert fühlen. Dieses Problem entfällt bei Ganztagsschulen, da sie durch ihr Nachmittagsangebot Eltern bei der Balance von Beruf und Familie unterstützen.

Die weit verbreitete Befürchtung, Ganztagsschulen würden dazu beitragen, dass das Leben der Kinder sich weniger in der Familie abspielt, konnten die Forscher nicht bestätigen: Sie fanden heraus, dass Kinder die Ganztagsangebote nutzen, sogar mehr Zeit mit ihren Eltern beim gemeinsamen Hobby oder beim gemeinsamen Zusammensitzen verbringen.


Vorurteil: Auf den heutigen Gesamtschulen gibt es viel mehr soziale Probleme als auf den anderen Schulformen!

Unsere Antwort: Die heutige Gesamtschule ist das Produkt, aus dem was konservative Politiker aus der guten Idee gemacht haben.

1. Macht das System einer „Schule für alle“ keinen Sinn, wenn sie als Regelschule neben dem dreigliedrigen Schulsystem besteht.

2. Erfährt die Gesamtschule heute starke strukturelle Benachteiligen: Beispielsweise kann man dort demnächst nur noch das Abitur zweiter Klasse (also nach 13 anstatt nach 12 Jahren ablegen).

Politiker benachteiligen Gesamtschulen in ihren Gesetzgebungen, um in der Öffentlichkeit ein schlechtes Bild von dieser fortschrittlichen Schulform aufrecht zu erhalten. Schließlich gehören Politikerkinder, zu den Profiteuren aus dem dreigliedrigen System!