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Die Kampagne

Über die Kampagne „Eine für alle – alle für eine: Integrative Schule“

 

Am 13. Mai startete die LandesschülerInnenvertretung NRW auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz ihre Kampagne zum Thema „Eine für alle – alle für eine: integrative Ganztagsschule“. In den letzten vier Wochen vor den Sommerferien werden von den SchülerInnenvertretern NRWs verschiedenste Aktionen zum Thema organisiert. Ziel ist es, die öffentliche Debatte um die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems voran zu treiben, gleichzeitig aber auch mit Schülerinnen und Schülern gemeinsam an einer „Schule der Zukunft“ zu arbeiten. Dabei werden die inhaltliche Resolution sowie die Aktionen der Kampagne von zahlreichen Bündnispartnern verschiedener politischer Richtungen unterstützt.

Bei der Wahl der Protestformen lässt die Kreativität der Schülerinnen und Schüler nichts aus: Es stehen Theaterstücke, öffentlicher Modellunterricht und Fußballturniere neben den konventionellen Aktionen wie Infotischen und Podiumsdiskussionen auf dem Plan.
Den Höhepunkt und gleichzeitigen Abschluss der Kampagne wird eine Demonstration in Düsseldorf am 12. Juni vom Hauptbahnhof hin zu den Rheintreppen mit anschließendem Open-Air Konzert bilden.

Die Motivation hinter diesen Aktionen ist klar: Die Schülerinnen und Schüler wollen die Benachteiligung der einkommensschwachen Mitschüler, als auch die der Jugendlichen mit Migrationshintergrund nicht länger hinnehmen. Jedes Kind hat ein Recht darauf, die gleichen Chancen auf Bildung zu erhalten. Denn wir sehen eine gute Schulbildung als essentiell für das Leben und Mitwirken in einer demokratischen Gesellschaft an.
Die Organisatoren legen dabei besonderen Wert darauf, dass die in der Gesellschaft bestehenden Vorurteile aus der Welt geräumt werden. Sie möchten noch skeptischen SchülerInnen als auch Eltern und Lehrern, die noch immer an die Notwendigkeit eines Gymnasiums als „Eliteschmiede“ glauben, zeigen, dass von integrativen Klassen jeder nur Profitieren kann. Im Gegensatz zu gängigen Meinungen wird dabei kein „Einheitsbrei“ produziert, sondern gerade individuelle Förderung möglich gemacht.

2007 wurde das Deutsche Schulsystem von dem UNO Sonderberichterstatter Muñoz unter die Lupe genommen. Dass in Deutschland der sozioökonomische Hintergrund eines Kindes immer noch über die Zugangschancen zu qualifizierter Bildung bestimmt, kritisierte der UNO-Sonderberichterstatter für Bildung aufs schärfste. Die Selektion des innerhalb deutschen Schulsystems ist einer der weltweit führenden Industrienationen nicht angemessen. Bei der Umsetzung des Rechtes von Kindern und Jugendlichen auf Bildung und Chancengleichheit sollte Deutschland endlich von den veralteten und ungerechten Strukturen eines dreigliedrigen Schulsystems loslassen. Deshalb fordern wir eine Schule für alle, in der Schüler und Schülerinnen gemeinsam und voneinander lernen.

Es geht den Schülerinnen und Schülern aber nicht nur um die äußere Veränderung vom dreigliedrigen zum eingliedrigen Schulsystem. Auch in der Schule selbst, in den Unterrichts- und Bewertungsmethoden soll sich einiges ändern:

  • Schule kann nicht um 13 Uhr mit dem Klingeln enden. Wir fordern einen Ganztagsunterricht, in dem jeder Schüler und jede Schülerin sein bzw. ihr eigenes Lerntempo entwickeln kann. Dabei sind vielfältige Freizeitangebote unverzichtbar, die Schule im Gegensatz zur heutige Situation zu einem Ort werden lassen, an dem sich SchülerInnen gerne aufhalten. Außerdem können in der Ganztagsschule Themen wie gesunde Ernährung, Hygiene und die Bedeutung ausreichender Bewegung vermittelt werden.
  • Die Methode des Frontalunterrichts, als Ausdruck eines verstaubten Autoritätsverständnisses, muss durchbrochen werden. Der Weg führt hin zu selbstständigem und eigenverantwortlichem Lernen, das wieder Spaß machen kann.
  • Die Behandlung von tagespolitischem Geschehen im Unterricht ist erforderlich. Es ist wichtig, dass die SchülerInnen Nachrichten und das Tagesgeschehen verstehen und nachvollziehen können.
  • Neben Inhalten müssen in der Schule verstärkt Kompetenzen wie (Selbst)kritik, Kreativität und Teamfähigkeit vermittelt werden.
  • Die Abschaffung des Notensystems von „1“ bis „6“ und eine Hinwendung zu alternativen Entwicklungsrückmeldungen muss erreicht werden. Leistungsdruck und Konkurrenzkampf führen vielleicht dazu dass einige wenige SchülerInnen mehr Pauken – aber die wenigsten lernen dabei wirklich etwas!